Aufführungsrechte: Deutscher Theaterverlag http://www.dtver.de/
Zum
Inhalt:
Eine Satire auf den modernen Kunstbetrieb.
Der Autor selbst hat die Erstaufführung in den "Hamburger
Kammerspielen" inszeniert: Der junge Maler Raphael verehrt Rembrandt,
hat es selber aber noch nicht weit gebracht, weil seine gegenständlich
gemalten Bilder kein Interesse finden. Da kommt der Kritiker-Papst Kaschtan
ins Atelier, der für Raphaels Bilder nur ein müdes Lächeln
zeigt, von einem Zufallsgebilde jedoch geradezu fasziniert ist: Um den
Stecker in der Deckenlampe zu erreichen, werden verschiedene Möbelstücke
aufeinandergetürmt - und mit diesem bizarren Gebilde ist nun eine
neue Kunstrichtung entstanden: die mobiliare Kunst. Als die Freundin
dem Maler zuruft: "Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht!",
hat es auch schon einen Namen. Zwar merkt er bald, dass alles Humbug
ist und die Leute einfach veräppelt werden, doch die Dinage haben
ihren Lauf des auf Public Relations und Profit orientierten Kunstmarktes
genommen: Als selbst Raphaels Protest gegen den organisierten Rummel
um seine Person noch beklatscht und prämiert wird , macht er gute
Miene zum luktativen Spiel: Der Rummel kann weitergehen.
Zum Autor:
Ephraim Kishon (* August 1924 in Budapest, Ungarn; †
29. Januar 2005 in Meistersrüte, Schweiz, eigentlich Ferenc Hoffmann)
war ein israelischer Satiriker ungarischer Herkunft. Er gilt als einer
der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts.
Kishon lebte und arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Regisseur
(Theater, Film) in Israel und Appenzell (Schweiz). Sein Schwerpunkt
lag in der humoristischen Darstellung der israelischen Alltagsrealität
und seines Familienlebens. Er schrieb zumeist Kurzgeschichten, aber
auch Theaterstücke und Drehbücher.
Kishon war ab April 2003 in dritter Ehe verheiratet mit Lisa Witasek.
Seine erste Ehe mit Eva (Chawa, geb. Klamer; Sohn Rafael) wurde geschieden
und er heiratete in zweiter Ehe Sara (geb. Lipovitz, † 2002),
die im deutschen Sprachraum als „die beste Ehefrau von allen“
bekannt wurde. Sohn Amir und Tochter Renana wohnen in Tel Aviv.
Sein Leben:
Kishon wurde in einer ungarisch-jüdischen Familie in Budapest
geboren und wuchs dort auch auf. Er sprach in seiner Jugend weder Hebräisch
noch Jiddisch. Kishons Vater Dezso war Bankdirektor, seine Mutter Erzsébet
vormals dessen Sekretärin. Er hatte eine Schwester, Agnes.
Seine Begabung wurde schon recht früh erkannt. So erlangte er
1940 den 1. Preis des ungarischen Novellenwettbewerbs für Mittelschüler.
Wegen der Rassengesetze wurde ihm das Studium an einer Hochschule verwehrt,
so dass er 1942 eine Ausbildung zum Goldschmied begann.
1944 wurde Kishon in ein Konzentrationslager nach Polen deportiert.
Er überlebte, da ihm im letzten Kriegsjahr 1945 auf dem Weg ins
Vernichtungslager Sobibor die Flucht gelang. Ein Großteil seiner
Familie aber kam in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben.
1948 machte er sein Diplom als Metallbildhauer und Kunsthistoriker.
Wegen der Kommunisten folgte im Mai 1949 die Auswanderung mit einem
Flüchtlingsschiff nach Israel. Hier wurde sein Name Kishont, ein
Name, den er sich zugelegt hatte, weil er im kommunistischen Ungarn
weniger bürgerlich klang, in Kishon geändert (Kis-Hont ist
ungarisch für „kleiner Hont“, wobei Hont ein verbreiteter
ungarischer Nachname ist).
Eine Anekdote beschreibt, wie er zu seinem späteren Namen kam:
Ein Beamter stutzte diesen bei der Abwicklung der Einreiseformalitäten
kurzerhand auf Kishon. Den Vornamen Ferenc ersetzte der Mann mit der
lakonischen Bemerkung „gibt es nicht“ durch „Ephraim“.
Bereits 1952 begann er in hebräischer Sprache in der Zeitung Ma’ariv,
der größten Tageszeitung in Israel, unter dem Namen Chad
Gadja („Lämmchen“) eine tägliche Kolumne zu schreiben.
Diese tägliche Glosse betreute er 30 Jahre lang. 1953 wurde Der
Schützling im Nationaltheater Habimah von ihm aufgeführt.
1959 wählte die New York Times sein Look Back Mrs. Lot („Drehen
Sie sich um, Frau Lot“) zum „Book of the Month“. Damit
begann Ephraim Kishons internationale Karriere.
Die Weltauflage seiner Bücher liegt bei 43 Mio. (davon 33 Mio.
in deutscher Sprache). Auf Hebräisch sind ca. 50 Bücher, im
Deutschen etwa 70 Bücher erschienen (viele Zusammenstellungen von
bereits erschienen Geschichten); weltweit etwa 700 Bücher in 37
Sprachen. Kishons Filme wurden zweimal für den Oscar nominiert
(Schlaf gut, Wachtmeister und Sallach) und seine Filme wurden –
neben einer Reihe von anderen Auszeichnungen – dreimal mit dem
Golden Globe bedacht.
Weltweit bekannt sind die Familiengeschichten, Kishons meistverkauftes
Buch. Es ist, abgesehen von der Bibel, auch das meistverkaufte Buch
in hebräischer Sprache. Sein im deutschen Sprachraum wohl bekanntestes
Werk ist die Bürokratie-Satire Der Blaumilchkanal.
Großen Anteil an dem Erfolg im deutschen Sprachraum hat der österreichische
Schriftsteller und Theaterkritiker Friedrich Torberg, der bis zu seinem
Tod im Jahre 1979 die Bücher Kishons aus dem Englischen ins Deutsche
übersetzte. Nach 1979 schrieb Kishon selbst auf Deutsch oder wurde
von Gerhard Bronner übersetzt.
Viele Ausgaben von Kishons Büchern sind mit Illustrationen des
1923 geborenen österreichischen Zeichners und Karikaturisten Rudolf
Angerer ausgestattet (signiert mit RANG).
Zielscheibe von Kishons Satiren waren neben den kleinen Ärgernissen
des Alltags vor allem die Bürokratie und die große und kleine
Politik, speziell die in Israel. Daneben war der Kunsthistoriker Kishon
seit seinem Theaterstück Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht
(1965) ein scharfer Kritiker der modernen Kunst und des dazugehörigen
Kunstmarktes. Für die TV-Verfilmung dieses Stückes fertigte
Kishon in satirischer Absicht sogar eigene Kunstwerke nach moderner
Manier an. In dem Essay Picasso war kein Scharlatan (1985) und später
in seinem Buch Picassos süße Rache (1995) vertiefte er, ausgehend
von einer Feststellung Pablo Picassos, seine Kritik. Wenngleich er dabei
an einigen Künstlern wie etwa Joseph Beuys oder Andy Warhol kein
gutes Haar ließ, betonte er ausdrücklich, dass er nicht alle
modernen Kunstwerke, sondern nur deren Überhöhung durch die
Kunstkritik ablehne.
Weniger bekannt ist, dass Kishon auch einer der weltbesten Billardspieler
(Carambolage) war und viele internationale Turniere gewann.
Nach dem Tod seiner Frau Sara 2002, der „besten Ehefrau von allen“,
heiratete Kishon im Februar 2003 die österreichische Schriftstellerin
Lisa Witasek.
Ephraim Kishon starb am 29. Januar 2005 an einem Herzanfall; noch am
Vorabend seines Todes gab er den Stuttgarter Nachrichten ein vielbeachtetes,
ausführliches Interview.
Die Darsteller
| Raphael Schlesinger, ein unbekannter Maler |
Alexander Vitzthum |
| Dahlia, sein Modell |
Veronika Beubl |
| Kalman M. Kaschtan, Kunstkritiker |
Markus John |
| Joseph Pickler, Kunsthändler und Mäzen |
Rolf Jenzig |
| Dan Meron, Rundfunkreporter |
Simon Kollmannsberger |
| Mon Cheri, ein Modell |
Karin Lastowitza |
| Gogo, ein Bildhauer |
Werner Stadler |
| Jacquot, ein Maler |
Benjamin Radnoti |
| Simone, eine Tänzerin |
Anna Stettmeier |
| Älterer Galeriediener |
Jürgen Radius |
| Junger Galeriediener |
Wilkin Herrmann |
| Die Galeriebesitzerin |
Irene Herrmann |
| Der Verkehrsminister |
Horst Müller |
| Harry S. Green, ein Tourist |
Jürgen Radius |
| Mrs. Harry S. Green |
Hanni Gammel-Kollmannsberger |
| Rembrandt van Rijn |
Herbert Kramkowski |
| Regie |
Elfriede Stettmeier |
| Regieassistenz |
Christiane Müller |
| Bühnenaufbauten |
Siegfried Probst & Herbert Kramkowski |
| Souffleuse |
Silvia Fischer |
| Maske |
Cäcilia Probst |
| Film/Foto/Ton/Beleuchtung |
Johannes und Hans Stettmeier, Stefan Schlecht, Florian Fischer,
Willi Ellböck |
| Satz/Graphik/Programmheft |
Graph. Betrieb W. Hellmich / Irene Herrmann |
| Organisation |
Irene Herrmann |