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Unsere kleine Stadt von Thornton Wilder
„Begreifen die Menschen jemals das Leben, während sie es
leben...?“ so fragt Emilie, nachdem sie – bereits verstorben
– die Möglichkeit bekommen hatte, ihren zwölften Geburtstag
noch einmal zu erleben. Aber alles ist anders als erwartet und so kehrt
sie überrascht aber bereitwillig zu den Toten zurück.
Es ist ein existenzielles Stück, das der amerikanische Dramatiker
Thornton Wilder 1938 geschrieben hat. Der vom christlich – humanistischen
Denken geprägte Autor (1957 Friedenspreis des deutschen Buchhandels)
durchbricht in „Our Town“ (Originaltitel) die Bühnenillusion
und fordert den Zuschauer heraus, Phantasie zu entwickeln. Grovers Corners,
so der Name der kleinen Stadt im Staate New Hampshire, kann dabei überall
sein: auch in Moosburg. Denn überall wird gekocht und gearbeitet
und gelebt – wie im ersten Akt des Stückes. Und es wird geliebt
und geheiratet – wie im zweiten Akt. Und schließlich wird
überall auf der Welt auch gestorben und was bleibt? Ja, was bleibt?
Darum geht es letztlich. Der Spielleiter, der als zeitlose Figur den
Zuschauer durch die drei Akte begleitet, beantwortet die Frage so: „Man
muss das Leben leben, um es zu lieben. Und man muss es lieben, um es
wirklich leben zu können.“
Gleich nach Erscheinen des Stückes im Jahr 1938 wurde „0ur
Town“ mit dem Pullizer-Preis ausgezeichnet als „eines der
erfolgreichsten Werke im Stückekanon des Jahrhunderts“ In
der Tat spielte man nach 1945 auch auf allen bedeutenden deutschen Bühnen
dieses epische Werk Wilders. Nach dem Krieg eroberte das von den Nazis
verbotene Stück lange Zeit die Literaturpläne der Schulen.
Dabei wurde häufig die experimentelle Technik Wilders mit der Dramaturgie
Bertold Brechts verglichen.
Die Bühne Moosburg zeigt dieses anspruchsvolle und lebensnahe Stück
in einer nachdenklichen und humorvollen Inszenierung. Der Zuschauer
begegnet liebenswerten Figuren und wird sich sehr bald heimisch fühlen
in unserer kleinen Stadt. Und wenn der Theaterabend vorbei ist, und
der Zuschauer wieder in seiner Stadt, in seinem Haus angekommen ist,
dann wird ihm dort sicher das ein oder andere vertraut vorkommen. Und
er wird vielleicht schmunzeln und sagen: Ja, so ist das Leben...
Die Darsteller
| Der Spielleiter |
Jürgen Radius |
| Dr. Gibbs |
Gerd Banse |
| Mrs. Gibbs |
Karin Lastowitza |
| George Gibbs |
Florian Maruschke |
| Rebecca Gibbs |
Daniela Meinelt |
| Mr. Webb |
Gerhard Macher |
| Mrs. Webb |
Christina Schlag |
| Emily Webb |
Anna Stettmeier |
| Willy Webb |
Simon Gammel-Kollmannsberger |
| Si Crowell |
Barbara Große-Hering |
| Mary Newsome |
Juliane Malik |
| Professor Willard |
Horst Müller |
| Marget Stimson |
Johanna Gammel-Kollmannsberger |
| Mrs. Soames |
Silvia Fischer |
| Polizist Warren |
Robert Kern |
| Joe Crowell jun. |
Gökhan Senli |
| Joe Stoddard |
Michael Franz |
| Rose Craig |
Michaela Schlecht |
| Frau im Balkon |
Christiane Müller |
| Mann im Zuschauerraum |
Michael Kilian |
| Dame in der Loge |
Irene Herrmann |
| Gesangverein |
Mitglieder der Liedertafel Moosburg
Ulla Hansen, Johanna Krämer, Michelle Adlkirchner, Herbert
Kramkowski, Elfriede Stettmeier, Helga Mantei |
| Verschiedene Tote |
Natalie Wirth, Hella Bley-Held, Rita Weber |
| Regie |
Oliver Spilker |
| Regieassistenz |
Michaela Schlecht |
| Souffleuse |
Barbara Aschenbrenner |
| Maske |
Cäcilia Probst |
| Ton/Beleuchtung |
Siegfried Probst, Johannes Stettmeier, Christopher Reiter |
| Satz/Graphik/Programmheft |
Graph. Betrieb W. Hellmich |