
Anne
Frank starb 1945 mit 15 Jahren, kurz vor der Befreiung durch die alliierten
Truppen, im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Ebenso ihre
Schwester. Die Mutter Edith Frank starb am 6. Januar in Ausschwitz.
Annes Vater überlebte als einziger, als die Russen Auschwitz am
27. Januar 1945 befreiten.
Anne Frank wäre sehr wahrscheinlich eine berühmte
Schriftstellerin geworden und konnte nicht ahnen, dass sie es auch wirklich
wurde. Nicht mit einem Roman, sondern mit ihrem authentischen Tagebuch,
das den Überlebenswillen eines heranwachsenden Mädchens widerspiegelt.
Hoffnungslosigkeit und Zuversicht, Selbstvertrauen und Zweifel, Anne
Frank schrieb eine beklemmendes Dokument der Grausamkeit des NS-Regimes.
Schutzsuchend vor dem antisemitischen Terror in Deutschland
floh die Familie Frank bereits 1933 aus Frankfurt am Main nach Amsterdam.Nur
wenige Jahre der Normalität folgten, bis die deutschen Truppen
am 10. mai 1940 Holland besetzten. Ab 1941 lebte die Familie im Hinterhaus
des Bürogebäudes an der Prinsengracht versteckt. Der Unterschlupf,
der nur über einen schmalen Zugang und verdeckt von einem schwenkbaren
Bücherregal, erreichbar war, sicherte zunächst das Überleben.
Den einzigen Außenkontakt hatten die Untergetauchten
während des über 2 Jahre dauernden Verstecktseins, durch Hermine
Gies und Victor Kraler. Sie versorgten die Eingeschlossenen mit Nahrungsmitteln,
Büchern und Berichten über die Außenwelt.
In ständiger Angst entdeckt zu werden lebten Anne,
mit ihrer Schwester Margot, ihrem Vater Otto, ihrer Mutter Edith auf
engstem Raum und schrieb an ihre fiktive Freundin Kitty, die Adressatin
der Tagebucheinträge, eindringliche Beobachtungen aus einer feindlichen
Welt.
Tagsüber mußten sie stillsitzen, leise gehen
und sprechen, denn die Arbeiter im Lager unter ihnen durften sie nicht
hören.
Am 13. Juli 1942 wurde eine weitere jüdische Familie
Van Pels im Versteck aufgenommen, die Anne in ihrem Tagebuch van Daan
nannte. Hinzu kamen schließlich noch der Zahnarzt Dr. Fritz Pfeffer,
den Anne nicht leiden kann und ihn deshalb Dussel nannte.
Die Welt ist für Anne und die anderen sehr klein
geworden. Ein paar Zimmer und ein Dachfenster, durch das sie den Himmel
und den Turm der Westernkirche sehen kann. Anne durchlebte in dieser
Zeit die wechselvollen Gefühle der Pubertät, das Verlangen
nach Vertrauen und Zärtlichkeit, erst Ablehnung, dann Zuneigung
und schließlich Liebe zu Peter. Sie überbrückt die Sehnsucht
nach dem Leben vor diesem Ausnahmezustand durch Schreiben und durch
ihre Phantasie.
Am Morgen des 4. Augustes 1944 stürmten deutsche
Soldaten die Bleibe, rissen die Familie auseinander und deportierten
die Mitglieder zusammen mit über 1000 weiteren Menschen mit dem
letzten Transport am 3. September nach Ausschwitz.
Das Tagebuch wurde später in dem Unterschlupf
gefunden und 1947 unter dem Titel "Het Achterhuis" (Das Hinterhaus)
von Otto Frank veröffentlicht. Auf der Welt ist es eines der am
meist gelesenen Bücher, es wurde in 55 Sprachen übersetzt
und über 20 Millionen mal verkauft, sowie mehrmals verfilmt. In
sehr vielen Ländern werden Straßen und Schulen nach Anne
Frank benannt.
Das Versteck der Familie Frank wird heute von über
600 000 Menschen jährlich besucht und ist ein erschütterndes
Dokument des national-sozialistischen Rassenwahns.
Die Darsteller
| Anne Frank |
Mascha Müller |
| Ihre Schwester Margot |
Saghi Sayyar |
| Ihre Mutter Edith |
Silvia Fischer |
| Ihr Vater Otto |
Alfred Lastowitza |
| Frau von Daan |
Elfriede Stettmeier |
| Herr von Daan |
Volker Winter |
| Deren Sohn Peter |
Bobby Sayyar |
| Dr. Fritz Pfeffer "Dussel" |
Johann Reif |
| Hermine Gies "Miep" |
Karin Lastowitza |
| Victor Kraler |
Markus John |
| Bühnenaufbauten |
Alfred Lastowitza, Johann Reif |
| Souffleusen |
Annemarie Stanglmair |
| Elektrik |
Erich Roth |
| Lichttechnik |
Johannes Stettmeier |
| Tontechnik |
Robert Breu, Dr. Klaus D. Müller |
| Programmheftgestaltung |
Hans Stettmeier |